Die wachsende Bedeutung der Ressource „Wissen“ und von IT-basierten Wisse- managementsystemen ist heute in aller Munde. Es gibt kaum ein größeres Unt- nehmen, das sich nicht in der einen oder anderen Form mit dem Management von Wissen beschäftigen würde. Der anfänglich sehr großen Begeisterung für dieses neue Gebiet sowohl in der Wissenschaft wie auch in der Praxis folgte eine gewisse Ernüchterung. Weder ließ sich die Thematik wissenschaftlich so rasch greifen, noch erwies sich eine praktische Anwendung als so unkompliziert wie anfangs gedacht. Als eines der Hauptprobleme dieses Gebiets sollte sich erweisen, dass man es v- säumte oder sogar absichtlich vermied, sich Klarheit über den Wissensbegriff zu verschaffen. Man hoffte irrtümlich, mit einem Alltagsverständnis von Wissen eine neue Disziplin aufbauen zu können. Das Feld der relevanten Wissenssachverhalte wurde infolge davon extrem breit gezogen. Als Wissen wurden nicht nur unt- schiedslos sämtliche Kognitionen und Daten bezeichnet, sondern auch alle mög- chen Fähigkeiten, Kenntnisse, Fertigkeiten, Emotionen, Normen usw. Viele Unternehmen setzen Wissensmanagement-Systeme ein, um das generiertes Wissen in der gesamten Unternehmung verfügbar zu machen. Durch veraltete oder falsche Inhalte treten regelmäßig Qualitätsprobleme auf, die zum Scheitern der Initiativen führen können. Bisher existieren aber kaum Ansätze zur Qualitätssicherung. Steffen Kusterer nimmt eine ganzheitliche Betrachtung des Wissensmanagements vor. Er fasst theoretische Ansätze zur Qualitätssicherung zusammen und entwickelt einen Bezugsrahmen. Anhand von zehn Fallstudien in Unternehmen verschiedener Branchen und der internetbasierten Enzyklopädie Wikipedia zeigt sich, dass in der Praxis eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten existiert, wie Unternehmen mit der Herausforderung umgehen. Der Autor diskutiert und bewertet die einzelnen Maßnahmen und entwickelt Gestaltungsempfehlungen zur Optimierung des Wissensmanagements in Unternehmen. Dr. Steffen Kusterer promovierte berufsbegleitend bei Prof. Dr. Georg Schreyögg am Lehrstuhl für Organisation und Führung der Freien Universität Berlin. Er ist als Unternehmensberater bei The Boston Consulting Group in Berlin tätig.